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JULIA ZIRPEL

Erste Fashion-Momente sammelte Julia Zirpel früh. Als Kind wuchs sie zeitweise in Indien und Nepal auf und sah dort, wie wichtig Kleidung sein kann. „Ich erinnere mich an den Ausdruck von Frauen, die sich endlich einen mühsam angesparten Sari überwerfen konnten. Ein neues Kleidungsstück verlieh ihnen Würde – es bedeutete etwas.“

Als Moderedakteurin und Fashion Director bei verschiedenen Zeitschriften wie Interview, Myself, etc., fiel ihr immer häufiger auf, wie beiläufig Kleidung gekauft, achtlos in Kleiderschrank hängt (und entsorgt) wird – eine Tatsache, die die studierte Designerin irritierte. „Ich fände es großartig, wenn sich Menschen mit Mode, mit dem was Ihnen wirklich steht, was zu Ihnen passt, aber auch mit der Herkunft eines Kleidungsstücks (und seinem tatsächlichen Preis) auseinandersetzen. Das fühlt sich am Ende viel besser an als blinder Konsum.“ 2017 beschloss sie the wearness zu gründen. Einen Online- Marketplace für nachhaltige, faire und hochwertige Mode und Beauty.

GUYA MERKLE

„Not all that glitters is gold.“ Dass aus der Lebensweisheit ein Leitspruch werden kann, konnte Guya Merkle 2007 noch nicht ahnen. Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters, wurde die Deutsche mit italienisch-belgischen Wurzeln zur Geschäftsführerin und Kreativ-Direktorin von Vieri, einem Haute Joaillerie-Unternehmen, das ihr Großvater 1939 gegründet hatte. Sie studierte am Gemological Institute of America, um alles über die Fertigung und das Geschäft von und mit Schmuck zu lernen. Aber bis zuletzt beschäftigte sie die entscheidende Frage, unter welchen Bedingungen wird Gold eigentlich gewonnen. Eine Reise nach Peru brachte Klarheit: In so genannten Small Scale- Minen arbeiteten Bergbauern und Kinder unter katastrophalen Bedingungen. Sie schürften das Gold per Hand, atmeten toxisches Quecksilber und hielten sich permanent in akut einsturzgefährdeten Minen auf. 

Für Guya Merkle war klar, dass sie mit Vieri so nicht weiterarbeiten würde. Sie entschied, nur noch fair geschürftes, ethisch einwandfreies Gold zu verwenden. Um „happy mining“ zum Standard zu machen, gründete die Entrepeneurin außerdem die Earthbeat Foundation – eine Stiftung, die sich für bessere Arbeitsbedingungen und angemessene Löhne für Goldschürfer einsetzt. Guya Merkle glaubt fest an den Grundsatz von the wearness, dass Luxus und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen müssen.

JENNIFER DIXON
Manchmal verändert ein Gespräch unter Kolleginnen die Sicht auf die Dinge – und am Ende vielleicht sogar die Welt. So erging es Jennifer Dixon 2017. Nach 14 Jahren bei der Modezeitschrift InStyle und danach als Editorial Director bei der Luxus-Plattform STYLEBOP.com, stand ihr der Sinn nach einem Kurswechsel. Denn auch wenn der Job großen Spaß machte, realisierte sie: Es ging immer nur darum, tolle Mode an die Frau zu bringen. Ohne groß darüber nachzudenken: Ist es nicht auch mal too much? Das Thema Nachhaltigkeit sei ihr lange überhaupt nicht, so wie vielen in der Branche, durch den Kopf gegangen – das räumt die studierte Modejournalistin heute gerne ein. Erst als ihr Julia Zirpel bei einem Abendessen von ihrer Idee zu the wearness erzählte, fing sie an, die Produktionswege von Mode grundlegend zu hinterfragen. „Je mehr ich mich in das Thema vertiefte, desto mehr faszinierte es mich. Mir war nicht klar, wie viele coole und fantastische Labels es da draußen gibt, die alles richtigmachen.“ Ein verantwortungsvoller Umgang mit Mode, davon ist Jennifer Dixon heute überzeugt, wäre für ein gehbarer Weg, wenn nur alle mitmachen würde. Und ganz wichtig: „Wir müssen endlich zeigen, wie edel, aber auch sophisticated luxuriöse Fair Fashion sein kann.“ Ihr Ziel – die High Fashion-Branche zu verändern, ohne ihren Anspruch an Ästhetik, Eleganz und Style zu schmälern.

KAROLIN HELOU
Schließt man eine Tür, öffnet sich eine Neue. Mit dem Ziel ihrer Leidenschaft für Mode einen neuen Sinn zu geben, entschied sich Karolin Helou nach 18 Jahren als Moderedakteurin bei Madame aufzuhören uns sich neu zu orientieren.
Als Tochter eines Syrers und einer in Venezuela und Peru aufgewachsenen Deutschen, sammelte sie schon in ihrer Kindheit Handwerkskunst und Textilien aus den unterschiedlichsten Kulturen. Die studierte Modedesignerin spielte schon lange mit dem Gedanken, traditionelle Handwerkskunst zu unterstützen und etwas Neues in diese Richtung zu entwickeln.

Ihre Freizeit verbringt Karolin am liebsten am und im Meer. Als passionierte Kite-Surferin bereist sie zusammen mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern diverse Surfspots weltweit. Die Verschmutzung der Meere und das Müllproblem, sind ihr eine Herzensangelegenheit geworden.

Als Julia und Jennifer ihr the wearness vorstellten, war Karolin sofort total begeistert: Dieses Konzept spiegelt genau ihre Ideale wider. Umso mehr freut sie sich als ein weiterer Teil von the wearness dabei zu sein.

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